Eine Katzentoilette gehört zur Grundausstattung jeder Katze. Trotzdem wird gerade bei diesem Thema häufig gespart: Die Toilette ist zu klein, steht am falschen Platz, wird nicht oft genug gereinigt oder es gibt schlicht zu wenige Toiletten.

Dabei hat die Katzentoilette großen Einfluss darauf, ob sich eine Katze im Alltag wohlfühlt. Denn Katzen sind bei ihrem Toilettenplatz ausgesprochen wählerisch.

Was also wirklich wichtig ist? Nicht unbedingt die teuerste Katzentoilette, sondern eine, die zur Katze, zum Haushalt und zu ihren Gewohnheiten passt.

Wie viele Katzentoiletten braucht man?

Eine häufig empfohlene Faustregel lautet:

Anzahl der Katzen + 1 = Anzahl der Katzentoiletten

Bei einer Katze wären das also idealerweise zwei Toiletten, bei zwei Katzen drei.

Der Grund ist einfach: Katzen möchten ihre Hinterlassenschaften nicht unbedingt dort erledigen, wo eine andere Katze gerade war. In einem Mehrkatzenhaushalt kann außerdem eine Toilette von einer ranghöheren Katze blockiert werden.

Wichtig ist deshalb nicht nur die Anzahl, sondern auch die Verteilung. Drei Toiletten direkt nebeneinander bieten einer Katze nicht unbedingt denselben Vorteil wie drei Toiletten an unterschiedlichen, gut erreichbaren Stellen.

Wie groß sollte eine Katzentoilette sein?

Viele Katzentoiletten sind kleiner, als man auf den ersten Blick denkt.

Eine Katze sollte sich darin bequem umdrehen, scharren und eine geeignete Position einnehmen können, ohne ständig an den Rand zu stoßen.

Als grobe Orientierung gilt:

Die Toilette sollte etwa so lang sein wie die Katze von der Nasenspitze bis zum ausgestreckten Schwanz – besser noch etwas länger.

Gerade bei großen Katzenrassen werden handelsübliche Toiletten schnell zu klein.

Bei der Auswahl sollte deshalb nicht nur auf die Außenmaße geschaut werden. Entscheidend ist die tatsächlich nutzbare Innenfläche.

Offen oder mit Deckel?

Ob eine Katze eine offene oder geschlossene Toilette bevorzugt, ist individuell.

Offene Katzentoilette

Vorteile:

  • guter Überblick
  • leichter Einstieg
  • gute Belüftung
  • viele Katzen fühlen sich weniger eingeengt
  • Reinigung geht schnell

Geschlossene Katzentoilette

Vorteile:

  • Gerüche können stärker zurückgehalten werden
  • weniger Streu landet außerhalb
  • kann optisch unauffälliger sein

Aber: Eine geschlossene Toilette ist nicht automatisch besser.

Manche Katzen fühlen sich darin eingeengt. Andere mögen die abgeschirmte Umgebung.

Die Katze entscheidet.

Wenn eine Katze eine geschlossene Toilette plötzlich nicht mehr benutzt, kann ein Test mit einer offenen Variante sinnvoll sein.

Der richtige Standort ist wichtiger, als viele denken

Eine Katzentoilette sollte nicht irgendwo dort stehen, wo gerade Platz ist.

Katzen möchten während des Toilettengangs möglichst ungestört sein. Gleichzeitig möchten sie aber nicht das Gefühl haben, in einer Sackgasse zu sitzen.

Ungünstig sind beispielsweise:

  • direkt neben der Waschmaschine
  • neben einem lauten Trockner
  • an stark frequentierten Stellen
  • direkt neben dem Futternapf
  • in einem Raum, zu dem die Katze nicht jederzeit Zugang hat
  • an Stellen, an denen eine andere Katze den Weg versperren kann

Besser ist ein ruhiger, gut erreichbarer und jederzeit zugänglicher Platz.

Bei mehreren Toiletten sollte man diese möglichst auf verschiedene Bereiche der Wohnung verteilen.

Nicht neben dem Futter

Katzen haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn.

Deshalb sollte die Katzentoilette nicht direkt neben Futter- und Wassernäpfen stehen.

Auch wir würden vermutlich nicht gerne dort essen, wo direkt daneben eine Toilette steht.

Ein gewisser Abstand zwischen Futterplatz und Toilette ist deshalb sinnvoll.

Welche Katzenstreu ist die richtige?

Bei Katzenstreu gibt es keine Lösung, die für jede Katze funktioniert.

Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Bentonitstreu
  • Holzstreu
  • Pflanzenfasern
  • Silikatstreu
  • mineralische Streu
  • klumpende und nicht klumpende Varianten

Besonders wichtig ist die Akzeptanz durch die Katze.

Viele Katzen bevorzugen eine feine, weiche Streu, in der sie gut scharren können.

Stark parfümierte Produkte sind dagegen nicht für jede Katze angenehm.

Wenn eine Katze eine bestimmte Streu problemlos benutzt, gibt es normalerweise keinen Grund, ohne Anlass ständig zu wechseln.

Wie hoch sollte die Streu eingefüllt werden?

Auch hier gibt es keine für jede Katze passende Zentimeterangabe.

Die Streutiefe sollte es der Katze ermöglichen, zu scharren und Urin beziehungsweise Kot ausreichend zu bedecken.

Zu wenig Streu kann dazu führen, dass der Boden der Toilette schnell verschmutzt.

Zu viel Streu kann dagegen bei manchen Katzen dazu führen, dass sie sich unsicher fühlen oder besonders viel Streu aus der Toilette tragen.

Die Katze zeigt meistens ziemlich deutlich, was sie bevorzugt.

Sauberkeit: Für Katzen besonders wichtig

Eine saubere Katzentoilette ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Kot sollte möglichst zeitnah entfernt werden. Bei Klumpstreu sollten auch die Urinklumpen regelmäßig herausgenommen werden.

Je nach Streu und Anzahl der Katzen sollte die Toilette außerdem regelmäßig vollständig geleert und gereinigt werden.

Dabei sollte man auf stark riechende Reinigungsmittel verzichten.

Für uns riecht eine Toilette vielleicht „frisch“, für eine Katze kann der Geruch jedoch sehr intensiv und unangenehm sein.

Muss eine Katzentoilette täglich gereinigt werden?

Ja, mindestens die Hinterlassenschaften sollten täglich entfernt werden – bei mehreren Katzen oft sogar mehrmals am Tag.

Eine Katze möchte möglicherweise eine verschmutzte Toilette nicht benutzen.

Wenn sie dann auf einen anderen Platz ausweicht, wird das häufig als „Unsauberkeit“ bezeichnet. Tatsächlich kann die Ursache aber schlicht eine ungeeignete oder zu schmutzige Toilette sein.

Haube, Tür und Klappe – weniger ist manchmal mehr

Manche Katzentoiletten haben eine Schwingtür oder Klappe.

Das kann für Menschen praktisch sein, für die Katze aber zum Problem werden.

Die Katze muss die Klappe zunächst öffnen und kann dabei außerdem nicht jederzeit sehen, was hinter dem Eingang passiert.

Gerade bei ängstlichen Katzen oder in einem Mehrkatzenhaushalt kann eine Toilette ohne Tür die bessere Lösung sein.

Ein niedriger Einstieg für ältere Katzen

Nicht jede Katze bleibt ihr Leben lang beweglich.

Bei älteren Katzen oder Katzen mit eingeschränkter Beweglichkeit kann ein hoher Rand zum Hindernis werden.

Dann ist eine Toilette mit niedrigem Einstieg sinnvoll.

Dabei sollte man darauf achten, dass die Toilette trotzdem groß genug ist und die Katze ausreichend Platz zum Drehen und Scharren hat.

Warum manche Katzen plötzlich neben die Toilette machen

Wenn eine Katze plötzlich außerhalb der Toilette uriniert oder Kot absetzt, sollte man das nicht einfach als schlechtes Benehmen betrachten.

Mögliche Gründe können sein:

  • Toilette ist zu schmutzig
  • falsche Streu
  • Toilette ist zu klein
  • Standort gefällt der Katze nicht
  • zu wenige Toiletten
  • Stress oder Veränderungen im Haushalt
  • Konflikte mit anderen Katzen
  • die Katze kann die Toilette nicht ungestört erreichen

Wichtig: Wenn eine Katze plötzlich ihr Toilettenverhalten verändert, sollte auch eine gesundheitliche Ursache ausgeschlossen werden. Besonders bei auffälligem oder häufigem Urinieren, Schmerzen, Pressen oder Blut im Urin ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.

Ein häufig unterschätztes Problem: Stress

Katzen reagieren empfindlich auf Veränderungen.

Ein Umzug, ein neues Tier, ein neues Familienmitglied, Renovierungsarbeiten oder Konflikte zwischen Katzen können das Toilettenverhalten beeinflussen.

Deshalb sollte die Katzentoilette möglichst an einem Ort stehen, an dem die Katze Ruhe hat und nicht ständig überrascht oder gestört wird.

Die perfekte Katzentoilette gibt es nicht

Die beste Katzentoilette ist nicht unbedingt die mit dem modernsten Design oder dem höchsten Preis.

Viel wichtiger sind:

✔ ausreichend groß

✔ leicht erreichbar

✔ sauber

✔ ruhiger Standort

✔ passende Streu

✔ ausreichend Toiletten

✔ an die Bedürfnisse der Katze angepasst

Und genau deshalb lohnt es sich, die Katze zu beobachten.

Scharrt sie gerne? Mag sie eine offene Toilette? Bevorzugt sie feine Streu? Braucht sie viel Platz? Hat sie Angst vor Geräuschen?

Wer diese Fragen beantwortet, findet meistens schneller die passende Lösung als durch das bloße Vergleichen von Produkten.

Fazit

Eine Katzentoilette ist für die Katze kein nebensächliches Zubehör. Sie ist ein wichtiger Teil ihres täglichen Lebens.

Größe, Sauberkeit, Standort und Erreichbarkeit sind wichtiger als Farbe, Design oder technische Extras.

Besonders bei mehreren Katzen sollte man darauf achten, dass ausreichend Toiletten vorhanden sind und keine Katze den Zugang zu einer Toilette blockieren kann.

Und wenn die Katze plötzlich die Toilette meidet, sollte man genau hinschauen. Häufig steckt ein lösbares Haltungsproblem dahinter – manchmal aber auch ein gesundheitliches Problem.

Kurz gesagt

Die Katze muss die Toilette gerne benutzen wollen.

Wenn sie sauber, groß genug, ruhig gelegen und jederzeit erreichbar ist und die verwendete Streu akzeptiert wird, sind die wichtigsten Voraussetzungen bereits geschaffen.


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