Kitten, Junior, Adult oder Senior – welches Katzenfutter ist für welche Lebensphase geeignet?
Wer Katzenfutter kaufen möchte, findet im Handel eine große Auswahl. Auf den Verpackungen stehen Begriffe wie Kitten, Junior, Adult, Senior, Sterilised oder Indoor. Doch was steckt eigentlich dahinter?
Braucht eine junge Katze wirklich ein anderes Futter als eine erwachsene Katze? Kann man einem Kitten einfach Adultfutter geben? Und wann ist eine Katze überhaupt ein Senior?
Die Antworten sind nicht ganz so einfach, wie es die Aufschrift auf der Verpackung vermuten lässt. Entscheidend ist vor allem, ob das Futter den Nährstoffbedarf der jeweiligen Lebensphase abdeckt.
Für die Zusammensetzung von Alleinfuttermitteln gibt es in Europa wissenschaftlich begründete Empfehlungen. Die FEDIAF-Leitlinien unterscheiden unter anderem zwischen der Ernährung ausgewachsener Katzen und den Anforderungen von Wachstum und Fortpflanzung.
Kittenfutter – für die ersten Lebensmonate
Ein kleines Kätzchen wächst in kurzer Zeit enorm. Aus einem wenige hundert Gramm schweren Kitten wird innerhalb von Monaten eine ausgewachsene Katze.
In dieser Phase entwickeln sich:
- Knochen und Gelenke
- Muskulatur
- Organe
- Nervensystem
- Gehirn
- Immunsystem
- Zähne
Dementsprechend benötigt ein Kitten eine Ernährung, die auf Wachstum und Entwicklung abgestimmt ist.
Kittenfutter ist deshalb in der Regel energiereicher und auf den besonderen Nährstoffbedarf wachsender Katzen ausgelegt.
Eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Proteinen und essenziellen Nährstoffen ist besonders wichtig. Auch Taurin spielt bei Katzen eine wichtige Rolle. Die aktuellen FEDIAF-Empfehlungen enthalten für Katzen beispielsweise eigene Empfehlungen für Taurin und weitere essenzielle Nährstoffe.
Warum Kitten nicht einfach Adultfutter bekommen sollten
Ein ausgewachsenes Tier hat einen anderen Nährstoffbedarf als ein Tier im Wachstum.
Adultfutter ist grundsätzlich für die Erhaltung des Körpers einer erwachsenen Katze gedacht. Ein Kitten befindet sich dagegen in einer Entwicklungsphase und benötigt eine darauf abgestimmte Nährstoffversorgung.
Deshalb sollte man einem Kitten nicht einfach dauerhaft normales Adultfutter geben, wenn dieses ausschließlich für ausgewachsene Katzen vorgesehen ist.
Wichtig ist allerdings die Kennzeichnung des konkreten Produkts.
Ein Katzenfutter, das ausdrücklich als Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen ausgewiesen ist, kann anders zu beurteilen sein als ein Futter, das ausschließlich für ausgewachsene Katzen bestimmt ist.
FEDIAF weist darauf hin, dass ein Alleinfuttermittel ohne Angabe einer bestimmten Lebensphase als für alle Lebensphasen geeignet betrachtet wird und entsprechend formuliert sein sollte. Wird es für eine bestimmte Lebensphase entwickelt, soll diese auf dem Etikett angegeben werden.
Juniorfutter – braucht eine Katze diese Zwischenstufe?
Bei Katzen ist die Bezeichnung Junior nicht immer so eindeutig wie bei Hunden.
Viele Hersteller verwenden Juniorfutter für junge Katzen, die nicht mehr ganz kleine Kitten sind, aber noch nicht vollständig ausgewachsen sind.
Andere Hersteller verwenden ausschließlich die Bezeichnung Kitten für die gesamte Wachstumsphase.
Das bedeutet:
Kitten und Junior sind keine einheitlich gesetzlich definierten Altersstufen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bezeichnung auf der Vorderseite der Verpackung, sondern die vorgesehene Lebensphase des Futters.
Ein Juniorfutter kann beispielsweise für eine Katze sinnvoll sein, die sich noch im Wachstum befindet, deren Energiebedarf sich aber bereits verändert.
Bei der Auswahl sollte deshalb immer die Fütterungsempfehlung des Herstellers berücksichtigt werden.
Adultfutter – für die ausgewachsene Katze
Ist die Katze ausgewachsen, verändert sich ihr Nährstoff- und Energiebedarf.
Sie muss nicht mehr den Aufbau eines wachsenden Körpers unterstützen. Stattdessen geht es vor allem darum, den Körper langfristig zu erhalten und ein gesundes Körpergewicht zu unterstützen.
Adultfutter ist deshalb für ausgewachsene Katzen konzipiert.
Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Varianten:
- Adult Nassfutter
- Adult Trockenfutter
- Futter für Wohnungskatzen
- Futter für aktive Katzen
- Futter für sterilisierte oder kastrierte Katzen
- Futter für bestimmte Ernährungsbedürfnisse
Auch bei Adultfutter gilt:
Nicht jedes Futter passt automatisch zu jeder Katze.
Eine Wohnungskatze, die den größten Teil des Tages schläft, hat beispielsweise einen anderen Energiebedarf als eine sehr aktive Freigängerkatze.
Nassfutter oder Trockenfutter – spielt das Alter eine Rolle?
Die Entscheidung zwischen Nass- und Trockenfutter ist eine zusätzliche Frage und unabhängig von der Einteilung in Kitten, Junior, Adult und Senior.
Nassfutter enthält aufgrund seines Herstellungsverfahrens deutlich mehr Wasser. Das kann bei Katzen interessant sein, weil viele Katzen von sich aus eher wenig trinken.
Trockenfutter ist dagegen energiedichter und lässt sich unkompliziert portionieren.
Entscheidend ist bei beiden Varianten, dass das Produkt als Alleinfuttermittel für die entsprechende Lebensphase geeignet ist, wenn es die Katze als alleinige Nahrungsquelle erhalten soll.
Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nicht dafür gedacht, über längere Zeit allein den täglichen Nährstoffbedarf zu decken.
Sterilised oder Indoor – ist das eine eigene Lebensphase?
Nein.
Bezeichnungen wie Sterilised, Kastriert oder Indoor beschreiben nicht unbedingt eine Lebensphase wie Kitten oder Adult.
Sie weisen vielmehr auf bestimmte Lebensbedingungen oder Bedürfnisse hin.
Nach einer Kastration kann sich beispielsweise der Energiebedarf einer Katze verändern. Gleichzeitig können viele Katzen nach der Kastration zu einer Gewichtszunahme neigen, wenn die Futtermenge nicht angepasst wird.
Auch eine reine Wohnungskatze bewegt sich häufig weniger als eine Freigängerkatze.
Deshalb gibt es Futtersorten, die speziell auf solche Situationen ausgerichtet sind.
Trotzdem bleibt eine kastrierte Katze beispielsweise weiterhin eine Adultkatze, wenn sie ausgewachsen ist.
Seniorfutter – wann ist eine Katze ein Senior?
Mit zunehmendem Alter verändert sich auch der Organismus einer Katze.
Ältere Katzen bewegen sich häufig weniger und können an Muskelmasse verlieren. Gleichzeitig können sich Stoffwechsel und Verdauung verändern.
Seniorfutter soll diesen Veränderungen Rechnung tragen.
Dabei gibt es jedoch keine einzige Altersgrenze, ab der jede Katze automatisch Seniorfutter benötigt.
Das biologische Alter kann sich von Katze zu Katze unterscheiden.
Eine zehnjährige Katze kann noch sehr aktiv und gesund sein, während eine andere Katze bereits früher altersbedingte Veränderungen zeigt.
Deshalb sollte man nicht ausschließlich nach der Zahl auf dem Kalender entscheiden.
Was kann Seniorfutter von Adultfutter unterscheiden?
Seniorfutter kann beispielsweise auf einen veränderten Energiebedarf abgestimmt sein.
Auch die Zusammensetzung und Energiedichte können sich unterscheiden.
Ein wichtiger Punkt ist dabei das Körpergewicht.
Eine ältere Katze, die sich weniger bewegt, benötigt möglicherweise weniger Energie. Gleichzeitig sollte die Ernährung ausreichend hochwertige Nährstoffe liefern.
Bei älteren Katzen ist außerdem die regelmäßige Kontrolle des Gesundheitszustandes besonders wichtig.
Denn wenn eine ältere Katze plötzlich weniger frisst, Gewicht verliert, deutlich mehr trinkt oder sich ihr Verhalten verändert, sollte das nicht einfach mit dem Alter erklärt werden.
Solche Veränderungen können auch gesundheitliche Ursachen haben und sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Kann eine erwachsene Katze Kittenfutter bekommen?
Gelegentliches Fressen von Kittenfutter ist für eine erwachsene Katze normalerweise nicht automatisch problematisch.
Als dauerhaftes Hauptfutter ist Kittenfutter für eine ausgewachsene Katze jedoch nicht unbedingt die beste Wahl, wenn es speziell für Wachstum entwickelt wurde.
Der Grund ist einfach:
Kittenfutter ist für einen anderen Bedarf formuliert.
Ein ausgewachsenes Tier benötigt keine Ernährung, die auf intensives Wachstum ausgerichtet ist.
Bei einer erwachsenen Katze kann eine dauerhaft zu energiereiche Ernährung außerdem die Gewichtskontrolle erschweren.
Kann ein Kitten Adultfutter bekommen?
Hier sollte man genauer hinsehen.
Ist das Futter ausschließlich als Adultfutter für ausgewachsene Katzen vorgesehen, sollte es nicht einfach dauerhaft an ein Kitten verfüttert werden.
Ist das Produkt dagegen ausdrücklich für Kitten beziehungsweise Wachstum oder für alle Lebensphasen geeignet, sieht die Situation anders aus.
Die Kennzeichnung des konkreten Futters ist deshalb wichtiger als allein der Name der Produktlinie.
FEDIAF gibt für Wachstum und ausgewachsene Katzen unterschiedliche Nährstoffempfehlungen an. Beispielsweise unterscheiden sich die empfohlenen Werte für bestimmte Aminosäuren zwischen Adult- und Wachstumsfutter.
Wann sollte man von Kitten- auf Adultfutter umstellen?
Der Zeitpunkt hängt von der Entwicklung der Katze und den Angaben des Herstellers ab.
Katzen sind häufig im Alter von ungefähr einem Jahr weitgehend ausgewachsen. Die individuelle Entwicklung kann jedoch unterschiedlich verlaufen.
Deshalb sollte die Umstellung nicht ausschließlich nach einem festen Geburtstag erfolgen.
Besonders wichtig ist:
Nicht jedes Kitten entwickelt sich gleich schnell.
Auch Rasse, Körpergröße, Aktivität und individueller Gesundheitszustand können eine Rolle spielen.
Die Fütterungsempfehlung des jeweiligen Herstellers bietet hier eine gute Orientierung.
Wie stellt man das Futter richtig um?
Eine Futterumstellung sollte möglichst nicht abrupt erfolgen.
Gerade Katzen können ausgesprochen empfindlich reagieren, wenn plötzlich ein anderes Futter im Napf liegt.
Eine langsame Umstellung über mehrere Tage kann beispielsweise so aussehen:
Tag 1–2:
75 % bisheriges Futter + 25 % neues Futter
Tag 3–4:
50 % bisheriges Futter + 50 % neues Futter
Tag 5–6:
25 % bisheriges Futter + 75 % neues Futter
Ab Tag 7:
100 % neues Futter
Bei empfindlichen Katzen kann die Umstellung auch deutlich länger dauern.
Wichtig ist außerdem, die Katze während der Umstellung zu beobachten.
Katzen sind keine kleinen Hunde
Dieser Punkt darf bei der Futterauswahl nicht vergessen werden.
Katzen haben als obligate Karnivoren besondere Ernährungsanforderungen. Sie benötigen bestimmte Nährstoffe, die in einer für Hunde geeigneten Ernährung nicht automatisch in der für Katzen erforderlichen Form und Menge enthalten sind.
Daher gilt:
Hundefutter gehört nicht dauerhaft in den Katzennapf.
Auch wenn eine Katze gelegentlich vom Hundefutter probiert, bedeutet das nicht, dass sie damit langfristig bedarfsgerecht ernährt werden kann.
Umgekehrt sollte auch Katzenfutter nicht einfach als dauerhafte Ernährung für einen Hund verwendet werden.
Kitten, Junior, Adult und Senior im Überblick
| Lebensphase | Für wen? | Worauf kommt es an? |
|---|---|---|
| Kitten | Junge Katzen im Wachstum | Energie und Nährstoffe für Wachstum und Entwicklung |
| Junior | Junge Katzen nach der frühen Kittenphase | Weitere Entwicklung bis zum ausgewachsenen Tier |
| Adult | Ausgewachsene Katzen | Erhaltung des Körpers und bedarfsgerechte Energieversorgung |
| Senior | Ältere Katzen | Angepasste Ernährung entsprechend Alter, Aktivität und individuellem Bedarf |
Was sollte man beim Katzenfutter beachten?
Die Aufschrift Kitten, Junior, Adult oder Senior ist ein guter erster Anhaltspunkt – aber nicht das einzige Kriterium.
Beim Kauf sollte man unter anderem darauf achten:
- Für welche Lebensphase ist das Futter vorgesehen?
- Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel?
- Ist es für Kitten, ausgewachsene Katzen oder alle Lebensphasen geeignet?
- Wie hoch ist der Energiegehalt?
- Wie sieht die Zusammensetzung aus?
- Verträgt die eigene Katze das Futter?
- Passt die Futtermenge zum Körpergewicht?
- Ist die Katze Wohnungskatze oder Freigänger?
- Ist sie kastriert oder sterilisiert?
- Gibt es besondere gesundheitliche Anforderungen?
Bei Katzen mit Erkrankungen oder speziellen Ernährungsanforderungen sollte die Futterauswahl mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Fazit: Das richtige Katzenfutter muss zur Lebensphase passen
Kitten, Junior, Adult und Senior sind vor allem Orientierungshilfen für die Auswahl eines passenden Futters.
Kittenfutter ist auf die Wachstumsphase ausgerichtet.
Juniorfutter kann die weitere Entwicklung junger Katzen begleiten.
Adultfutter richtet sich an ausgewachsene Katzen.
Seniorfutter kann auf die besonderen Bedürfnisse älterer Katzen abgestimmt sein.
Ein Kitten sollte deshalb nicht einfach dauerhaft mit einem beliebigen Adultfutter ernährt werden. Umgekehrt muss eine ausgewachsene Katze nicht automatisch Kittenfutter bekommen, nur weil sie dieses besonders gerne frisst.
Entscheidend ist immer die tatsächliche Eignung des Futters für die jeweilige Lebensphase.
Ein wichtiger Blick auf die Verpackung lohnt sich daher:
Für welche Lebensphase ist das Futter bestimmt und handelt es sich um ein Alleinfuttermittel?
Wer zusätzlich Alter, Gewicht, Aktivität, Haltungsform und individuelle Bedürfnisse seiner Katze berücksichtigt, hat eine deutlich bessere Grundlage, um das passende Katzenfutter auszuwählen.

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