Wer Hundefutter kaufen möchte, steht schnell vor einer Vielzahl von Bezeichnungen: Welpe, Puppy, Junior, Adult oder Senior. Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Braucht ein Hund in jeder Lebensphase wirklich ein spezielles Futter? Und was passiert, wenn ein Welpe einfach Adultfutter bekommt?

Die richtige Ernährung sollte immer zum Alter, zur Größe, zur Rasse, zum Aktivitätsniveau und zum individuellen Gesundheitszustand des Hundes passen. Besonders während des Wachstums ist eine bedarfsgerechte Versorgung wichtig.

Welpenfutter – Nahrung für die erste Wachstumsphase

Welpen wachsen in den ersten Lebensmonaten besonders schnell. In dieser Zeit entwickeln sich Knochen, Muskeln, Organe und das Immunsystem. Der Energie- und Nährstoffbedarf kann deshalb deutlich anders sein als bei einem ausgewachsenen Hund.

Ein gutes Welpenfutter ist auf diese intensive Entwicklungsphase abgestimmt. Dabei spielen unter anderem folgende Nährstoffe eine wichtige Rolle:

  • Energie und hochwertiges Protein für das Wachstum
  • Fett als Energielieferant
  • Mineralstoffe für Knochen und Zähne
  • ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor
  • Vitamine und Spurenelemente
  • Omega-Fettsäuren, beispielsweise für Haut und Fell

Gerade bei Welpen großer und sehr großer Hunderassen ist eine kontrollierte Energie- und Mineralstoffversorgung besonders wichtig. Ein zu schnelles Wachstum kann den Bewegungsapparat unnötig belasten.

Kann ein Welpe Adultfutter bekommen?

Grundsätzlich sollte man einem wachsenden Welpen nicht einfach dauerhaft irgendein Adultfutter geben. Adultfutter ist in der Regel für ausgewachsene Hunde entwickelt und muss nicht automatisch den besonderen Bedarf eines wachsenden Hundes abdecken.

Das bedeutet aber nicht, dass jedes Adultfutter grundsätzlich ungeeignet ist. Entscheidend ist, ob das jeweilige Alleinfuttermittel ausdrücklich auch für das Wachstum beziehungsweise für Welpen geeignet ist.

Ein Blick auf die Verpackung und die Fütterungsempfehlung ist deshalb wichtig. Besonders bei großen Hunderassen sollte die Ernährung während der Wachstumsphase sorgfältig ausgewählt werden.

Juniorfutter – für den Hund zwischen Welpe und Erwachsenwerden

Viele Hersteller bieten zusätzlich sogenanntes Juniorfutter an. Es richtet sich an junge Hunde, die die intensive Welpenphase bereits hinter sich haben, aber körperlich noch nicht vollständig ausgewachsen sind.

Der Übergang vom Welpen zum erwachsenen Hund ist nicht bei jeder Rasse gleich.

Ein kleiner Hund kann bereits nach einigen Monaten weitgehend ausgewachsen sein. Große Hunderassen benötigen dagegen deutlich länger, bis Wachstum und körperliche Entwicklung abgeschlossen sind.

Juniorfutter kann deshalb eine sinnvolle Zwischenstufe sein.

Es ist häufig so zusammengesetzt, dass es:

  • weiterhin den Bedarf eines jungen Hundes berücksichtigt,
  • aber nicht mehr auf das sehr schnelle Wachstum eines kleinen Welpen ausgelegt ist,
  • eine kontrollierte Energieversorgung ermöglicht,
  • den Aufbau und Erhalt von Muskulatur unterstützt,
  • und die weitere Entwicklung des Körpers begleitet.

Ob ein Juniorfutter notwendig ist, hängt jedoch vom einzelnen Futter und vom Hund ab. Manche Hersteller unterscheiden klar zwischen Puppy und Junior, andere bieten nur Welpen- und Adultfutter an.

Adultfutter – für ausgewachsene Hunde

Sobald ein Hund körperlich ausgewachsen ist, kann auf ein passendes Adultfutter umgestellt werden.

Adultfutter ist grundsätzlich für die Erhaltung des Körpers eines erwachsenen Hundes konzipiert. Der Hund befindet sich nicht mehr in einer intensiven Wachstumsphase und benötigt daher eine andere Energie- und Nährstoffversorgung als ein Welpe.

Dabei gibt es allerdings nicht das eine perfekte Adultfutter für alle Hunde.

Ein sehr aktiver Hund kann einen deutlich höheren Energiebedarf haben als ein Hund, der sich weniger bewegt. Auch Größe, Gewicht, Rasse und individuelle Besonderheiten spielen eine Rolle.

Deshalb gibt es innerhalb des Adultbereichs unterschiedliche Varianten, zum Beispiel:

  • Adultfutter für kleine Hunde
  • Adultfutter für große Hunde
  • Futter für aktive Hunde
  • Light-Futter für Hunde mit geringerem Energiebedarf
  • Futter für bestimmte Ernährungsbedürfnisse

Wichtig ist vor allem, dass die Futtermenge ebenfalls zum Hund passt. Auch ein hochwertiges Futter kann zu einer Gewichtszunahme führen, wenn dauerhaft mehr Energie aufgenommen wird, als der Hund verbraucht.

Seniorfutter – wenn der Hund älter wird

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Viele ältere Hunde bewegen sich weniger und benötigen dadurch häufig weniger Energie. Gleichzeitig können sich individuelle Anforderungen verändern.

Seniorfutter ist deshalb häufig auf ältere Hunde abgestimmt. Je nach Hersteller kann es beispielsweise eine angepasste Energiedichte oder besondere Nährstoffkombinationen enthalten.

Mögliche Merkmale eines Seniorfutters sind:

  • angepasster Energiegehalt
  • hochwertiges und gut verwertbares Protein
  • Unterstützung einer ausgewogenen Verdauung
  • angepasste Mineralstoff- und Nährstoffversorgung
  • Zutaten oder Nährstoffe zur Unterstützung bestimmter Körperfunktionen

Allerdings wird ein Hund nicht automatisch an seinem Geburtstag zum Senior.

Wann ein Hund als Senior gilt, hängt stark von seiner Größe und Rasse ab. Große Hunderassen altern häufig schneller als kleine Hunde. Ein kleiner Hund kann mit zehn Jahren noch sehr fit sein, während ein großer Hund in diesem Alter möglicherweise bereits deutlich weniger aktiv ist.

Deshalb sollte nicht allein das Alter auf dem Papier entscheiden, sondern auch der tatsächliche Zustand des Hundes.

Wann sollte von Welpen- auf Adultfutter umgestellt werden?

Der richtige Zeitpunkt hängt vor allem von der erwarteten Endgröße und der Rasse ab.

Kleine Hunde sind häufig früher ausgewachsen als große Hunde. Während kleine Rassen teilweise bereits im ersten Lebensjahr ihre endgültige Größe erreichen, kann die Entwicklung großer und sehr großer Hunde deutlich länger dauern.

Eine pauschale Regel für alle Hunde gibt es deshalb nicht.

Als Orientierung gilt:

  • kleine Hunderassen: häufig früher ausgewachsen
  • mittelgroße Hunde: benötigen meist etwas länger
  • große und sehr große Hunde: können über einen deutlich längeren Zeitraum wachsen

Die Angaben des Futtermittelherstellers können bei der Orientierung helfen. Bei Unsicherheiten, besonders bei großen Hunderassen oder gesundheitlichen Problemen, kann auch eine tierärztliche Beratung sinnvoll sein.

Die Futterumstellung sollte nicht plötzlich erfolgen

Egal ob von Puppy auf Junior, von Junior auf Adult oder später auf Seniorfutter – eine Futterumstellung sollte möglichst nicht von einem Tag auf den anderen erfolgen.

Der Verdauungstrakt benötigt etwas Zeit, um sich an die neue Zusammensetzung zu gewöhnen.

Eine schrittweise Umstellung über mehrere Tage kann beispielsweise so aussehen:

Tag 1 bis 2:
Etwa 75 Prozent bisheriges Futter und 25 Prozent neues Futter.

Tag 3 bis 4:
Etwa 50 Prozent bisheriges Futter und 50 Prozent neues Futter.

Tag 5 bis 6:
Etwa 25 Prozent bisheriges Futter und 75 Prozent neues Futter.

Ab Tag 7:
Das neue Futter kann vollständig gefüttert werden.

Verträgt der Hund die Umstellung nicht gut, kann es sinnvoll sein, langsamer vorzugehen.

Puppy, Junior, Adult und Senior im Überblick

Lebensphase Für wen geeignet? Besonderheiten
Puppy / Welpe Wachsende Welpen Auf Wachstum und Entwicklung abgestimmte Nährstoffversorgung
Junior Junge Hunde nach der Welpenphase Begleitet die weitere Entwicklung bis zum ausgewachsenen Hund
Adult Ausgewachsene Hunde Auf Erhaltung und den individuellen Energiebedarf abgestimmt
Senior Ältere Hunde Häufig an veränderten Energie- und Nährstoffbedarf angepasst

Muss jeder Hund Welpen-, Junior-, Adult- und Seniorfutter bekommen?

Nein. Nicht jeder Hund muss zwangsläufig jede dieser Futterstufen durchlaufen.

Die Bezeichnungen unterscheiden sich teilweise von Hersteller zu Hersteller. Manche bieten beispielsweise Puppy, Junior und Adult an, während andere direkt von Welpenfutter auf Adultfutter wechseln.

Wichtiger als die Bezeichnung auf der Verpackung ist die Frage:

Ist das Futter für die aktuelle Lebensphase und den individuellen Bedarf meines Hundes geeignet?

Ein kleiner, früher ausgewachsener Hund benötigt möglicherweise nur für einen begrenzten Zeitraum Welpenfutter. Ein großer Hund kann dagegen länger ein speziell auf das Wachstum abgestimmtes Futter benötigen.

Auch ein Seniorhund muss nicht automatisch Seniorfutter bekommen, wenn er fit, aktiv und mit seinem bisherigen Futter gut versorgt ist.

Worauf sollte man beim Kauf von Hundefutter achten?

Neben der Lebensphase spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle.

Achte unter anderem auf:

  • Alter des Hundes
  • aktuelle Größe und erwartete Endgröße
  • Körpergewicht und Körperkondition
  • Aktivitätsniveau
  • individuelle Verträglichkeit
  • die Zusammensetzung des Futters
  • ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt
  • die Fütterungsempfehlung des Herstellers

Bei Welpen und Junghunden sollte außerdem darauf geachtet werden, dass das Futter für die jeweilige Größe beziehungsweise das erwartete Endgewicht geeignet ist.

Fazit: Das Alter allein entscheidet nicht über das richtige Hundefutter

Die Begriffe Welpe, Junior, Adult und Senior geben eine gute Orientierung, sollten aber nicht als starre Regeln verstanden werden.

Welpen benötigen während des Wachstums eine besonders sorgfältig abgestimmte Ernährung. Juniorfutter kann eine sinnvolle Zwischenstufe sein, wenn der Hund noch nicht vollständig ausgewachsen ist. Adultfutter richtet sich an ausgewachsene Hunde, während Seniorfutter auf mögliche Veränderungen im höheren Alter abgestimmt sein kann.

Adultfutter sollte einem Welpen daher nicht einfach ohne Prüfung der Eignung dauerhaft gefüttert werden. Entscheidend ist, ob das jeweilige Futter ausdrücklich für die Wachstumsphase geeignet ist und zum individuellen Hund passt.

Am Ende zählt nicht nur die Aufschrift auf dem Futtersack. Der richtige Blick auf Lebensphase, Größe, Aktivität, Gewicht und individuelle Bedürfnisse hilft dabei, das passende Hundefutter für den eigenen Hund zu finden.


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