Regen gehört nun einmal zum Hundeleben dazu. Schließlich kann man nicht jeden Spaziergang auf einen sonnigen Tag verschieben. Während manche Hunde bei schlechtem Wetter voller Begeisterung durch Pfützen laufen, stehen andere schon an der Haustür und schauen ihren Menschen an, als wäre ein Spaziergang bei diesem Wetter völlig unzumutbar.

Doch wie problematisch ist Regen für Hunde eigentlich? Wann reicht einfach ein Handtuch an der Haustür und wann kann ein Regenmantel sinnvoll sein? Und warum kommen manche Hunderassen mit Nässe deutlich besser zurecht als andere?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Rasse spielen vor allem Fell, Körperbau, Alter und die individuellen Bedürfnisse des Hundes eine Rolle.

Regen ist nicht gleich Regen

Ein kurzer Spaziergang durch einen leichten Sommerregen ist für einen gesunden Hund normalerweise kein Problem. Schwieriger wird es, wenn zum Regen niedrige Temperaturen, Wind oder längere Aufenthalte im Freien dazukommen.

Ein nasser Hund verliert bei kaltem Wetter schneller Körperwärme. Besonders kleine Hunde und Tiere mit kurzem oder sehr dünnem Fell können deshalb schneller frieren.

Auch die Dauer des Spaziergangs macht einen Unterschied. Ein Hund, der zehn Minuten durch einen Regenschauer läuft, ist einer anderen Belastung ausgesetzt als ein Vierbeiner, der eine Stunde lang bei kaltem Dauerregen unterwegs ist.

Welche Hunde kommen mit Regen gut zurecht?

Die Unterschiede zwischen den Hunden sind teilweise erstaunlich.

Hunde mit dichtem Fell und einer guten Unterwolle sind häufig relativ unempfindlich gegenüber schlechtem Wetter. Dazu gehören beispielsweise viele nordische und ursprüngliche Rassen. Auch Hunde mit wasserabweisendem Deckhaar können bei Regen gut geschützt sein.

Ein Labrador Retriever oder Golden Retriever beispielsweise besitzt ein Fell, das Wasser relativ gut abweist. Auch der Neufundländer ist durch sein dichtes Fell grundsätzlich gut gegen Nässe und Kälte geschützt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass solche Hunde stundenlang nass bleiben sollten. Auch ein robustes Fell muss irgendwann trocknen.

Kurzhaarige Hunde frieren schneller

Bei Hunden mit kurzem und dünnem Fell kann Regen deutlich unangenehmer sein.

Whippet, Italienisches Windspiel, Chihuahua oder auch viele kurzhaarige Mischlinge besitzen wenig Schutz gegen kalten Wind und Nässe. Durch ihren Körperbau und teilweise geringe Unterhautfettgewebe können sie schneller auskühlen.

Bei diesen Hunden kann ein gut sitzender Regen- oder Hundemantel sinnvoll sein – insbesondere bei kaltem Dauerregen, starkem Wind oder längeren Spaziergängen.

Entscheidend ist dabei nicht, ob der Hund einer bestimmten Rasse angehört. Viel wichtiger ist, ob er tatsächlich friert.

Auch kleine Hunde sind besonders zu beobachten

Kleine Hunde haben bei schlechtem Wetter einen weiteren Nachteil: Ihr Körper befindet sich näher am nassen und kalten Boden.

Eine Pfütze, durch die ein großer Hund einfach hindurchläuft, kann bei einem kleinen Hund bereits den Bauch komplett durchnässen.

Deshalb sollte man bei kleinen Hunden besonders auf den Bauchbereich und die Beine achten. Ein Mantel, der auch den Rücken und einen Teil des Bauches schützt, kann bei entsprechendem Wetter eine praktische Hilfe sein.

Langhaarige Hunde haben andere Probleme

Bei einem Hund mit langem Fell ist nicht unbedingt das Frieren das größte Problem.

Langes Fell nimmt viel Wasser auf. Nach dem Spaziergang kann der Hund deshalb lange nass bleiben. Gleichzeitig können sich im nassen Fell leichter Knoten bilden.

Besonders empfindlich sind beispielsweise Hunde mit langem, feinem Fell wie Malteser, Shih Tzu oder Yorkshire Terrier.

Nach einem Spaziergang sollte das Fell deshalb gründlich getrocknet werden. Bei langhaarigen Hunden lohnt es sich außerdem, das Fell nach dem Trocknen vorsichtig zu kontrollieren und gegebenenfalls zu bürsten.

Hunde mit dichtem Unterfell

Hunde mit ausgeprägter Unterwolle kommen mit kaltem Wetter häufig besser zurecht. Dafür haben sie einen anderen Nachteil: Sie trocknen deutlich langsamer.

Bei einem nassen Husky, Australian Shepherd oder Berner Sennenhund kann es einige Zeit dauern, bis auch die Unterwolle wieder vollständig trocken ist.

Ein großes Handtuch sollte deshalb bei solchen Hunden immer griffbereit sein. Bei sehr dichtem Fell kann auch ein geeigneter Hundehaartrockner hilfreich sein, sofern der Hund daran gewöhnt ist.

Wichtig: Das Gebläse sollte nicht zu heiß eingestellt werden und der Hund sollte den Trocknungsvorgang nicht als unangenehm empfinden.

Welpen und ältere Hunde brauchen mehr Aufmerksamkeit

Nicht nur die Rasse entscheidet darüber, wie gut ein Hund Regen verträgt.

Welpen

Welpen können ihre Körpertemperatur noch nicht genauso gut regulieren wie erwachsene Hunde. Bei kaltem und nassem Wetter sollte der Spaziergang deshalb eher kurz gehalten werden.

Senioren

Ältere Hunde reagieren teilweise empfindlicher auf Kälte und Nässe. Gerade bei Gelenkproblemen kann kaltes, nasses Wetter unangenehm sein.

Hier sollte man beobachten, wie sich der eigene Hund verhält. Wird er langsamer, wirkt er steif oder möchte er schnell wieder nach Hause, sollte man den Spaziergang entsprechend anpassen.

Braucht mein Hund einen Regenmantel?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Ein Regenmantel kann sinnvoll sein bei:

  • Hunden mit sehr kurzem oder dünnem Fell
  • kleinen und zierlichen Hunden
  • älteren Hunden
  • Hunden, die schnell frieren
  • langhaarigen Hunden, deren Fell stark durchnässt
  • sehr kaltem Dauerregen
  • starkem Wind in Verbindung mit Regen

Nicht jeder Hund braucht dagegen einen Mantel. Ein gesunder Hund mit dichtem, wetterfestem Fell kann auch ohne zusätzlichen Schutz problemlos im Regen spazieren gehen.

Der Mantel sollte außerdem gut sitzen. Er darf die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und sollte weder scheuern noch zu warm sein.

Woran erkenne ich, dass mein Hund friert?

Hunde zeigen nicht immer sofort deutlich, dass ihnen kalt ist. Deshalb lohnt es sich, während des Spaziergangs aufmerksam zu sein.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Zittern
  • deutlich langsameres Laufen
  • eingezogene Rute
  • angespannte Körperhaltung
  • häufiges Anheben der Pfoten
  • der Hund möchte nicht weiterlaufen
  • er sucht Schutz oder möchte nach Hause

Wenn ein Hund offensichtlich friert, sollte man den Spaziergang beenden und ihn möglichst schnell ins Warme bringen.

Die Pfoten nicht vergessen

Regen macht nicht nur das Fell nass. Auch die Pfoten bekommen einiges ab.

Schlamm, kleine Steinchen, Sand und andere Verschmutzungen können zwischen den Zehen oder Ballen hängen bleiben. Nach dem Spaziergang lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die Pfoten.

Bei langhaarigen Hunden sollte man außerdem kontrollieren, ob sich zwischen den Ballen besonders viel Schmutz gesammelt hat.

Im Winter kommt ein weiterer Punkt hinzu: Streusalz kann die empfindlichen Pfotenballen reizen. Dann sollten die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser gereinigt und anschließend gut abgetrocknet werden.

Vorsicht bei Pfützen

Für viele Hunde sind Pfützen eine unwiderstehliche Einladung zum Trinken. Trotzdem sollte man seinen Hund möglichst davon abhalten.

In stehenden Gewässern können sich verschiedene Krankheitserreger befinden. Außerdem können Pfützen mit Öl, Dünger oder anderen Stoffen verunreinigt sein.

Besser ist es, auf längeren Spaziergängen immer frisches Wasser für den Hund dabeizuhaben.

Nach dem Spaziergang: trocken werden

Ein Handtuch sollte in keinem Hundehaushalt fehlen.

Besonders wichtig sind:

Bauch und Brust:
Hier bleiben Hunde häufig besonders nass, weil sie näher am Boden sind.

Pfoten:
Zwischen den Zehen und Ballen kann sich Wasser und Schmutz sammeln.

Ohren:
Vor allem bei Hunden mit langen oder hängenden Ohren sollte man darauf achten, dass sie nicht dauerhaft feucht bleiben.

Hautfalten:
Bei Hunden mit ausgeprägten Hautfalten sollte Feuchtigkeit vorsichtig entfernt werden.

Das Ziel ist nicht, den Hund sofort komplett trocken zu bekommen. Wichtig ist vielmehr, dass er nicht über längere Zeit nass und kalt bleibt.

Regen und Bewegung

Nur weil es regnet, muss ein Hund nicht auf Bewegung verzichten.

Allerdings kann man den Spaziergang bei schlechtem Wetter etwas anders gestalten. Ein kürzerer Spaziergang draußen lässt sich beispielsweise durch Beschäftigung im Haus ergänzen.

Suchspiele, kleine Trainingseinheiten oder ein Beschäftigungsspiel können dafür sorgen, dass der Hund auch an einem richtig ungemütlichen Regentag ausgelastet wird.

Und manchmal hilft auch einfach die richtige Einstellung: Für viele Hunde ist schlechtes Wetter überhaupt kein Grund, auf einen interessanten Spaziergang zu verzichten.

Fazit: Der eigene Hund kennt das Wetter besser als jede Tabelle

Ob ein Hund Regen gut verträgt, lässt sich nicht allein an seiner Rasse festmachen.

Ein dichtes Fell kann schützen, ein kleiner Körper kann schneller auskühlen und ein langes Fell kann viel Wasser aufnehmen. Dazu kommen Alter, Gesundheitszustand und vor allem die individuelle Empfindlichkeit des Hundes.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf den eigenen Vierbeiner. Friert er? Bleibt er gerne draußen? Wird sein Fell extrem nass? Oder läuft er auch bei strömendem Regen begeistert weiter?

Wer seinen Hund beobachtet und den Spaziergang an die jeweiligen Wetterbedingungen anpasst, kann auch bei Regen eine schöne gemeinsame Runde drehen.

Denn schlechtes Wetter ist meistens nur schlechtes Wetter – und für einen Hund mit der richtigen Vorbereitung kein Grund, auf seinen Spaziergang zu verzichten.


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