Algen gehören zu einem natürlichen Teich. In kleinen Mengen sind sie sogar wichtig, denn sie produzieren Sauerstoff und gehören zum natürlichen Nahrungsangebot vieler Teichbewohner. Werden aus wenigen Algen jedoch große Mengen, kann das Wasser grün, trüb oder unangenehm riechend werden.

Doch woher kommen Algen eigentlich? Und warum hat ein Teich plötzlich ein Algenproblem, obwohl er vorher lange klar war?

Warum entstehen Algen im Teich?

Algen benötigen vor allem Licht und Nährstoffe. Treffen beide Faktoren in ausreichender Menge zusammen, können sie sich teilweise sehr schnell vermehren.

Zu den wichtigsten Ursachen gehören:

  • zu viel Sonnenlicht
  • ein zu hoher Nährstoffgehalt im Wasser
  • zu viele Fische
  • zu wenig Wasserpflanzen
  • eine unzureichende Filterung
  • fehlende oder zu geringe Wasserbewegung
  • abgestorbene Pflanzenteile und Laub
  • zu viel Fischfutter
  • eingeschwemmter Dünger oder Erde
  • neue Steine oder Dekorationen, die Nährstoffe oder organische Rückstände einbringen

Dabei ist es meistens nicht eine einzige Ursache, die für die Algen verantwortlich ist. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.

1. Der Fischbesatz – zu viele Fische können Algen fördern

Fische sind ein wichtiger Bestandteil vieler Gartenteiche. Allerdings bringen sie auch Nährstoffe in das Wasser.

Fischkot und Urin enthalten unter anderem Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Zusätzlich gelangt durch nicht gefressenes Futter weiteres organisches Material in den Teich.

Je größer der Fischbestand und je intensiver gefüttert wird, desto mehr Nährstoffe stehen den Algen zur Verfügung.

Besonders problematisch kann ein hoher Besatz mit größeren Fischen oder Karpfenartigen sein. Sie wirbeln außerdem den Teichgrund auf. Dadurch werden Nährstoffe aus dem Bodenschlamm wieder ins Wasser gebracht.

Tipp: Lieber weniger Fische halten und sparsam füttern. Das Wasser sollte nicht dauerhaft durch Futterreste belastet werden.

2. Zu viel Sonne

Algen brauchen Licht für ihr Wachstum. Ein Teich, der den ganzen Tag in der prallen Sonne liegt, bietet deshalb sehr gute Bedingungen.

Eine gewisse Beschattung kann helfen, die Algenentwicklung zu begrenzen. Dafür eignen sich beispielsweise:

  • Seerosen
  • Schwimmpflanzen
  • geeignete Uferpflanzen
  • eine teilweise natürliche Beschattung durch Bäume oder Sträucher

Allerdings sollte ein Teich auch nicht vollständig abgeschattet werden. Pflanzen im Teich benötigen ebenfalls Licht.

Das Ziel ist daher ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Licht und Beschattung.

3. Nicht ausreichende Filteranlage

Eine Filteranlage kann eine wichtige Aufgabe übernehmen: Sie entfernt Schwebstoffe und unterstützt den biologischen Abbau organischer Belastungen.

Ist der Filter jedoch für die Größe des Teiches oder den Fischbesatz zu klein, kann er schnell an seine Grenzen kommen.

Auch ein eigentlich ausreichend großer Filter funktioniert nicht automatisch optimal. Wichtig sind unter anderem:

  • die richtige Dimensionierung
  • ein ausreichender Wasserdurchfluss
  • eine funktionierende biologische Filterung
  • regelmäßige Reinigung und Wartung
  • eine passende Pumpe

Gerade bei Teichen mit vielen Fischen sollte die Filtertechnik auf den tatsächlichen Nährstoffeintrag und nicht nur auf das reine Wasservolumen ausgelegt werden.

4. Fehlende Wasserbewegung

Stehendes Wasser kann die Algenentwicklung begünstigen. Eine Pumpe, ein Bachlauf oder ein Wasserfall kann für Bewegung und Sauerstoffeintrag sorgen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Algenblüte mit einer stärkeren Pumpe verhindert werden kann. Wenn gleichzeitig zu viele Nährstoffe vorhanden sind, bleibt die eigentliche Ursache bestehen.

Wasserbewegung ist deshalb ein Baustein – aber kein Ersatz für ein funktionierendes Gesamtsystem.

5. Abgestorbene Pflanzen, Laub und Schlamm

Im Herbst gelangen häufig Blätter in den Teich. Auch abgestorbene Wasser- und Uferpflanzen können sich am Boden sammeln.

Bei der Zersetzung dieser organischen Materialien werden Nährstoffe freigesetzt. Diese können später wiederum den Algen zur Verfügung stehen.

Deshalb sollte ein Teich regelmäßig von größeren Mengen Laub und abgestorbenem Pflanzenmaterial befreit werden.

Auch eine dicke Schlammschicht am Teichboden kann zum Nährstoffproblem beitragen.

6. Zu viel Fischfutter

Was viele Teichbesitzer unterschätzen: Nicht gefressenes Fischfutter ist ein zusätzlicher Nährstoffeintrag.

Füttert man mehr, als die Fische aufnehmen können, sinkt das Futter zu Boden oder wird von anderen Organismen zersetzt.

Dabei entstehen unter anderem Nährstoffe, die das Algenwachstum fördern können.

Deshalb gilt:

Nur so viel füttern, wie die Fische innerhalb kurzer Zeit vollständig aufnehmen.

7. Algen können durch neue Natursteine eingeschleppt werden

Auch neue Materialien können eine Rolle spielen.

Wer einen Teich neu gestaltet oder erweitert, bringt möglicherweise mit Natursteinen, Kies, Wurzeln oder anderen Materialien neue Mikroorganismen in das System ein.

Auf feuchten Steinen können sich beispielsweise bereits Algensporen, Biofilme oder andere Mikroorganismen befinden. Gelangen diese in den Teich, können sie dort unter günstigen Bedingungen weiterwachsen.

Allerdings sollte man nicht jeden neu eingebrachten Stein als Ursache eines Algenproblems betrachten. Algensporen kommen in der Natur praktisch überall vor. Entscheidend ist meist, ob im Teich anschließend die Bedingungen für eine starke Vermehrung vorhanden sind.

Besonders bei unbekanntem Material aus der Natur sollte man deshalb darauf achten, was in den Teich eingebracht wird.

8. Regenwasser und Erde können zusätzliche Nährstoffe eintragen

Auch die Umgebung des Teiches spielt eine Rolle.

Bei starken Regenfällen können Erde, Dünger, Pflanzenteile und andere organische Stoffe in den Teich gespült werden.

Liegt der Teich beispielsweise in der Nähe einer gedüngten Rasenfläche oder eines Beetes, können Nährstoffe mit dem Oberflächenwasser in den Teich gelangen.

Eine durchdachte Gestaltung des Teichrandes kann helfen, solche Einträge zu reduzieren.

9. Zu wenige Wasserpflanzen

Wasserpflanzen und Algen konkurrieren um bestimmte Nährstoffe.

Ein Teich mit ausreichend Pflanzen kann deshalb stabiler sein als ein nährstoffreicher Teich ohne ausreichende Bepflanzung.

Geeignete Pflanzen können Nährstoffe aufnehmen und gleichzeitig für Beschattung sorgen.

Dabei sollte der Teich aber nicht komplett zugewuchert werden. Auch hier kommt es auf das richtige Gleichgewicht an.

Was tun bei Algen im Teich?

Bevor man sofort zu einem Algenmittel greift, sollte zunächst nach der Ursache gesucht werden.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Sind zu viele Fische im Teich?
  • Wird zu viel gefüttert?
  • Liegt der Teich den ganzen Tag in der Sonne?
  • Gibt es ausreichend Wasserpflanzen?
  • Funktioniert die Filteranlage richtig?
  • Ist der Filter groß genug?
  • Gibt es genügend Wasserbewegung?
  • Befinden sich größere Mengen Schlamm am Teichboden?
  • Gelangen Laub, Erde oder Dünger in das Wasser?
  • Wurden kürzlich Steine oder andere Materialien eingebracht?

Erst wenn die Ursache bekannt ist, sollte über weitere Maßnahmen nachgedacht werden.

Fadenalgen oder Schwebealgen?

Nicht jede Alge sieht gleich aus.

Fadenalgen bilden grüne Fäden oder watteartige Büschel. Sie wachsen häufig an Steinen, Pflanzen oder anderen Oberflächen.

Schwebealgen befinden sich dagegen im Wasser. Bei einer starken Vermehrung kann der Teich dadurch grün und trüb erscheinen. Dieses Phänomen wird häufig als „grünes Wasser“ bezeichnet.

Die Behandlung sollte sich danach richten, welche Art von Algenproblem tatsächlich vorliegt.

Algen sind nicht grundsätzlich schlecht

Ein wichtiger Punkt wird bei der Teichpflege oft vergessen: Ein Teich muss nicht komplett algenfrei sein.

Ein natürlicher Teich ist ein kleines Ökosystem. Algen gehören ebenso dazu wie Bakterien, Wasserpflanzen, Kleinstlebewesen und andere Organismen.

Problematisch werden Algen vor allem dann, wenn sie sich stark vermehren und dadurch das biologische Gleichgewicht des Teiches gestört wird.

Bei einer starken Algenblüte kann beispielsweise nachts viel Sauerstoff verbraucht werden. Das kann für Fische und andere Teichbewohner problematisch werden.

Fazit: Algen sind meistens ein Symptom

Algen sind häufig nicht das eigentliche Problem, sondern ein Hinweis darauf, dass im Teich etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Zu viele Fische, übermäßige Fütterung, zu viel Sonne, fehlende Pflanzen, organische Ablagerungen oder eine nicht ausreichend dimensionierte Filteranlage können gemeinsam dazu führen, dass sich Algen stark vermehren.

Auch neu eingebrachte Natursteine oder andere Materialien können Mikroorganismen und Algensporen in den Teich bringen. Entscheidend ist jedoch, ob die vorhandenen Bedingungen anschließend eine starke Vermehrung ermöglichen.

Wer einen klaren und stabilen Teich möchte, sollte deshalb nicht nur die sichtbaren Algen bekämpfen. Viel wichtiger ist es, den Nährstoffeintrag zu reduzieren und das natürliche Gleichgewicht des Teiches zu fördern.

Kurz gesagt

Algen brauchen Licht und Nährstoffe. Je besser diese beiden Faktoren im Gleichgewicht gehalten werden, desto geringer ist die Gefahr einer massenhaften Algenvermehrung.


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